Young Leaders Conference 2017

Der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie e.V. (BDSV) lud in Zusammenarbeit mit dem FAZ-Forum zur 5. Young Leaders Conference am 24. Januar 2017 in das Berliner Atrium der FAZ ein. Als etabliertes Forum zur “deutschen Sicherheitspolitik in der öffentlichen Diskussion 2017“ bietet die Veranstaltung für Young Leaders Gelegenheit zum Austausch mit führenden Köpfen der Außen- und Sicherheitspolitik sowie der Sicherheits- und Verteidigungsbranche. Die diesjährige Konferenz widmete sich den sicherheitspolitischen Folgen des IS-Terrors, einer möglichen Neuausrichtung der internationalen Sicherheitsarchitekturen unter anderem in Bezug auf die Entwicklungen in den USA und dem Brexit. Folgende Fragestellungen standen während der Konferenz im Vordergrund:

- Welchen Preis muss Deutschland für ein geeintes Europa zahlen? Und warum?

- Was wird aus dem Westen? Wie sehen mögliche Neuausrichtungen der internationalen Sicherheitsarchitektur aus?

- Nationalismus, Populismus und Identitätspolitik – Ersetzen politische Reflexe den gesunden Menschenverstand?

- Ursachen der aktuellen Krise Europas und wie ihnen begegnet werden kann

Dabei wurde der Fokus auf die Verantwortung Deutschlands in der Europäischen Union und deren Notwendigkeit gelegt. Der Konsens, dass die Herausforderungen der Zukunft nicht durch einzelne Nationalstaaten zu bewältigen sind, wurde hierbei immer eingebettet in die notwendige Aufgabe Deutschlands, zu eben dieser Bewältigung mit der gesteigerten Übernahme von Verantwortung eine Führungsposition einzunehmen.

Eröffnet wurde die Konferenz durch Bundesminister a.D. Peer Steinbrück mit der Frage, welche Verantwortung Deutschland für Europa aufgrund der aktuellen geopolitschen Entwicklungen übernehmen sollte und warum „Deutschlands Preis für Europa“ akzeptiert werden sollte.

Studierende diskutierten mit Prof. Dr. Dr. Michel Friedman, Geschäftsführender Direktor des Center for Applied European Studies über Auswirkungen des gefühlt zunehmenden Protektionismus.

Am Streitgespräch „Quo vadis Europa? Ist die Krise Europas eine Krise ihrer Institutionen oder ihrer Nationalstaaten“ nahmen Elmar Brok vom Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten, Dr. Péter Györkös, Botschafter von Ungarn, Marta Kos Marko, Botschafterin der Republik Slowenien und Manuel Sarrazin, MdB Bündnis 90/Die Grünen teil.

„Bietet die Krise Europas eine Chance für eine gestärkte Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik?“ war das Thema für die Mitglieder des Bundestages Fritz Felgentreu (SPD), Tobias Lindner (Bündnis 90/Die Grünen) und Julia Obermeier (CSU) unter der Moderation von Michaela Küfner (Deutsche Welle).

In einer Schlussbetrachtung sprach Außenminister a.D. Joschka Fischer über die derzeitige Sicherheitslage in Europa. Unter der Thematik „Frieden wird nie Selbstverständlich. Aber wie können wir Krieg unmöglich machen?“ hielt er dabei fest, „…man müsste den Menschen abschaffen“, um Krieg unmöglich zu machen.Um Krieg jedoch unwahrscheinlicher zu machen und eine stabile Sicherheitslage zu schaffen, muss Deutschland seiner Verantwortung in der Eurozone nachkommen und diese verstärken.

Ein Fazit der Veranstaltung lautet, dass Schwäche nicht zu Frieden führt und es daher gilt, durch alle Beteiligten und vor allem durch Deutschland gegen den Trend der Rückkehr zur rein nationalen Sicherheitspolitik zu arbeiten. Die Stärkung im Rahmen der Mitgliedschaft in der Nato und der EU muss durch die Mitglieder als gemeinsame Aufgabe wahrgenommen werden. Der daraus resultierenden sicherheitspolitischen Verantwortung Deutschlands darf sich nicht entzogen werden. Klare Definitionen, Gemeinsamkeiten und europäische Interessen müssen zur Stabilität der Eurozone herausgearbeitet und umgesetzt werden. Deutlich wurde, dass Deutschland hierbei eine Führungsrolle einnehmen soll.

Den kompletten Tagungsinhalt im Videoformat findet ihr hier.