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Große Familienunternehmen fordern mehr Engagement für eine stabile EU

Priorität einer neuen Bundesregierung muss die Stabilisierung der Europäischen Union sein. Das fordert mehr als jedes zweite große Familienunternehmen in Deutschland (55 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Bank unter den größten Familienunternehmen in Deutschland. Zentrale Sorge der größten Familienunternehmen ist ein Wiederaufkommen der Schuldenkrise (63 Prozent).  

„Die größten Familienunternehmen sind stolz auf Europa, das ein einzigartiges Netzwerk zum gegenseitigen Vorteil ist. Nahezu zwei Drittel der deutschen Exporte geht in die EU-Staaten“, sagte Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI, am Montag in Berlin. „Die EU ist für die Wirtschaft die Lösung, nicht das Problem. Die Stärkung des Wirtschaftsraums Europa muss rasch vorangehen.“  

Trotz zunehmender Unsicherheiten in der Welt bewerten immer mehr große Familienunternehmen die eigenen Aussichten als rosig. Drei Viertel der Befragten schätzen die zukünftige Wirtschaftslage ihres Unternehmens als gut oder sehr gut ein – damit ist dieser Wert das fünfte Jahr in Folge gestiegen (76 Prozent). Im vergangenen Jahr waren es noch rund zwei Drittel der Unternehmen.  

„Die Familienunternehmen in Deutschland haben ihre Hausaufgaben gemacht. Sie sind nicht immun, aber sehr robust aufgestellt gegen die Auswirkungen globaler protektionistischer Maßnahmen“, sagte Stefan Bender, Leiter Firmenkunden bei der Deutschen Bank. So erwarten nahezu alle in die USA exportierenden Unternehmen mindestens eine Seitwärtsbewegung des dort erzielten Umsatzanteils, über ein Drittel sogar einen Anstieg. Nicht einmal jedes zehnte Unternehmen rechnet damit, dass sein Exportanteil in den Vereinigten Staaten sinken wird (sieben Prozent).  

 

Im Auftrag der Deutschen Bank und des BDI hat das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn von März bis Mai 2017 Entscheider von 312 Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz befragt. Im Durchschnitt machten diese Unternehmen im vergangenen Jahr 307 Millionen Euro Umsatz und beschäftigten 1488 Mitarbeiter. Die Ergebnisse sind Bestandteil der jährlichen Befragung „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“. Die gesamte Studie wird im Juli veröffentlicht.    

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Asien-Pazifik-Ausschuss: China muss Ernst machen mit Marktöffnung

„China muss Ernst machen mit seiner Marktöffnung. Der 20-Punkte-Plan der chinesischen Regierung vom Januar darf nicht nur ein Marketinginstrument bleiben, mit dem sich China einem internationalen Publikum als Promoter offener Märkte in Zeiten eines wachsenden Protektionismus präsentiert. Es ist nun an China, konkrete Vorschläge zur Realisierung des Plan zu liefern, dazu gehören etwa eine einheitliche Umsetzung von Richtlinien und Gesetzen oder die Gleichbehandlung ausländischer Unternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen.“ Das sagte Hubert Lienhard, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA), in Berlin anlässlich des erstmals in Berlin tagenden vierten Deutsch-Chinesischen Beratenden Wirtschaftsausschuss (DCBWA) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang.

„Der deutsche Markt steht ausländischen Investitionen gegenüber weitestgehend offen. Das ist auch gut so, denn ausländische Investitionen kommen uns allen zugute. In China wird diese Offenheit jedoch bisher nicht in gleichem Maße erwidert, diese Asymmetrie ist ein Problem“, sagte Lienhard. Der APA fordert die Gleichbehandlung ausländischer Unternehmen in China. Dazu gehöre unter anderem eine Aufhebung des Joint-Venture-Zwangs in mehreren Branchen. Außerdem würden ausländische Firmen bei der öffentlichen Auftragsvergabe benachteiligt. Auch Protektionismus bei langwierigen Prüfverfahren, Einfuhrquoten oder Kaufpreissubventionen erschwere die Zulassung ausländischer Produkte und Dienstleistungen.    

Über den DCBWA:

Im DCBWA treffen führende deutsche und chinesische Unternehmer zusammen und beraten gemeinsam mit den Regierungschefs Chinas und Deutschlands über die Verbesserung des Marktzugangs in beiden Ländern. Der Ausschuss wurde im August 2012 im Rahmen der zweiten Deutsch-Chinesischen Regierungs­konsultationen beschlossen. Der DCBWA tagte zuletzt im Juni 2016 in Beijing. Die Sitzung des DCBWA am Donnerstag anlässlich des Deutschland-Besuchs von Premierminister Li Keqiang ist die erste in Deutschland.    

Über den APA:

Der Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist das Sprachrohr der deutschen Asienwirtschaft im Dialog mit der Politik in Deutschland und in den asiatisch-pazifischen Partnerländern. Der APA bündelt die asienbezogenen wirtschaftspolitischen Interessen deutscher Unternehmen. Angestrebt werden die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Ländern der Asien-Pazifik-Region und die Förderung von Handel und Investitionen in beide Richtungen.

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Asien-Pazifik-Ausschuss: Deutsche Wirtschaft will Chancen in Indien nutzen

„In Indien machen noch immer mangelnde Rechtssicherheit, eine schwerfällige Verwaltung und fehlende Infrastruktur Unternehmen aus Deutschland die Entscheidung, in den Markt zu investieren, sehr schwer. Dies gilt gerade für kleine und mittelständische Unternehmen. Mit Blick auf Zölle und weitere Handelshemmnisse muss Indien sich stärker öffnen, damit unsere Unternehmen ihr Engagement im Land ausbauen.“ Das sagte Hubert Lienhard, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA), in Berlin anlässlich des Indo-German Business Summit 2017 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem indischen Premierminister Narendra Modi.  

„Die indische Kündigung des bilateralen Investitionsschutzabkommens mit Deutschland schafft Verunsicherung bei deutschen Firmen“, erklärte Lienhard. Dieser Schritt beeinträchtige das Vertrauen deutscher Investoren, da unter anderem Investitionen in Indien nicht mehr über Bundesgarantien für Direktinvestitionen im Ausland abgesichert werden können.  

„Die Verhandlungen zum bilateralen EU-Indien-Freihandelsabkommen müssen schnell wieder aufgenommen werden. Ein Abschluss des Abkommens wäre ein wichtiges Signal an deutsche Investoren“, sagte Lienhard.  

Der indische Premierminister Narendra Modi habe zwar zahlreiche Projekte zur Verschlankung der Verwaltung, zum digitalen Ausbau des Landes oder für bessere Ausbildungssysteme angestoßen. Lienhard: „Die Einführung einer einheitlichen Umsatzsteuer ist vielversprechend und für deutsche Unternehmen ein Investitionsanreiz. Unsere Wirtschaft hofft auf weitere solcher großen Reformen.“  

Indien ist eines der am schnellsten wachsenden Schwellenländer. 2017 und 2018 werden Wachstumsraten in Höhe von 7,4 Prozent beziehungsweise 7,8 Prozent prognostiziert. Der bilaterale Handel zwischen Deutschland und Indien ist auf rund 17 Milliarden Euro im vergangenen Jahr angewachsen. Davon sind knapp zehn Milliarden Euro deutsche Exporte nach Indien. Der Bestand deutscher Investitionen in Indien belief sich Ende 2015 auf knapp 13 Milliarden Euro.

Über den APA:

Der Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist das Sprachrohr der deutschen Asienwirtschaft im Dialog mit der Politik in Deutschland und in den asiatisch-pazifischen Partnerländern. Der APA bündelt die asienbezogenen wirtschaftspolitischen Interessen deutscher Unternehmen. Angestrebt werden die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Ländern der Asien-Pazifik-Region und die Förderung von Handel und Investitionen in beide Richtungen.

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G7-Gipfel muss klares Signal für Freihandel und Klimaschutz senden

„Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten müssen auf ihrem Gipfel ein klares Signal für Freihandel und Klimaschutz senden. Die Wirtschaft braucht mehr als nur einen Minimalkonsens.“ Das sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, anlässlich des G7-Gipfels auf Sizilien. „Kein Land ist eine Insel. Die USA dürfen sich in Sachen Klimaschutz und Freihandel nicht ins Abseits stellen.“  

Die G7-Staaten müssten sich ohne Wenn und Aber für Klimaschutz und die Umsetzung des Pariser Abkommens einsetzen, das inzwischen rund 150 Staaten ratifiziert haben. „Es kommt auf eine gemeinsame schrittweise Einführung von CO2-Preissignalen in den G20-Staaten an“, sagte Kempf. „Ein ehrgeiziger Zeitplan für einen zügigen Ausstieg der Weltgemeinschaft aus der ineffizienten Subventionierung fossiler Energien ist unerlässlich.“  

Kempf forderte die USA auf, sich auf dem Gipfel zum Freihandel zu bekennen: „Wir dürfen eine Trendwende weg vom Freihandel hin zu Abschottung nicht zulassen. Der Welthandel ist kein Nullsummenspiel, bei dem der eine gewinnt und der andere verliert.“ Dieser Einsicht sollte sich Washington nicht entziehen. „Wenn wir zusammenarbeiten, gewinnen alle. Wenn wir gegeneinander arbeiten, kostet das Wohlstand, Jobs und Aufstiegschancen – überall auf der Welt.“ Exporte und Importe addierten sich in Deutschland auf 84 Prozent des Bruttoinlandproduktes, erklärte der BDI-Präsident. „In Deutschland hängt jeder vierte Arbeitsplatz vom Export ab, in der Industrie ist es sogar mehr als jeder zweite.“  

Kempf forderte ein geschlossenes Auftreten der G7-Staaten in Sizilien. „Für den bevorstehenden G20-Gipfel in Hamburg ist Rückenwind notwendig. Diese Chance sollten die Staats- und Regierungschefs unbedingt nutzen.“

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Stimmung im Mittelstand so gut wie nie

Die Stimmung im industriellen Mittelstand ist euphorisch. Fast 60 Prozent der Unternehmen stufen ihre Wirtschaftslage als sehr gut oder gut ein. Das ist der höchste Prozentsatz seit der ersten Erhebung des Mittelstandspanels im Jahr 2005, wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und A.T. Kearney am Donnerstag in Berlin mitteilten. Fürs kommende Jahr rechnen mit 51 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten mit einem sehr guten Geschäftsjahr. Treiber der positiven Geschäftsentwicklung ist die Binnenkonjunktur: 44 Prozent der Mittelständler sehen die Inlandsumsätze steigen, 27 Prozent erwarten dies im Auslandsgeschäft. An der aktuellen Umfrage nahmen über 400 Unternehmen teil. Der zunehmende Fachkräftemangel im Inland und nationalistische Strömungen im Ausland trüben die Stimmung jedoch. Jeweils 35 Prozent der Befragten befürchten negative Auswirkungen durch die protektionistische Rhetorik der Regierung Trump sowie durch den Brexit. Nationalistische Strömungen in den EU-Mitgliedsstaaten betrachten 42 Prozent der befragten Unternehmer als Risiko für ihr Geschäft. „Kaum eine Volkswirtschaft ist so offen und eng mit der restlichen Welt verflochten wie unsere“, sagte Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer. „Auch nach der Bundestagswahl muss Deutschland ein Gegengewicht zu Abschottungstendenzen sein. Fast 90 Prozent der mittelständischen Industrieunternehmen exportieren direkt oder indirekt ins Ausland.“ Während sich der Mittelstand für die Digitalisierung im Hinblick auf die eigene Unternehmenskultur und -struktur gut aufgestellt sieht, herrscht auf der technologischen Seite Aufholbedarf. Dies gilt besonders für kleinere Unternehmen. Besorgniserregend ist, dass gerade einmal 35 Prozent der befragten Unternehmen die Digitalisierung als Chance sehen. Dagegen begreifen 42 Prozent die Digitalisierung als Herausforderung. „Dem deutschen Mittelstand geht es gut, aber die Digitalisierung lässt keine Zeit zum Ausruhen“, erklärte Martin Eisenhut, Partner und Managing Director Central Europe von A.T. Kearney. „Mehr denn je sind Mut und Experimentierlust gefragt. Hier sind viele Unternehmen noch zu zögerlich.“

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BDI, Germanwatch und MCC vor Petersberger Klimadialog: G20 müssen für Klimaschutz eintreten

Vor dem in Berlin beginnenden Petersberger Klimadialog haben der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Germanwatch sowie das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gemeinsam die G20-Staaten aufgefordert, klar für Klimaschutz und die Umsetzung des Paris-Abkommens einzutreten. Das Treffen müsse den erforderlichen Rücken­wind für den G20-Gipfel in Hamburg Anfang Juli bringen, forderten der Wirtschaftsverband, die Umweltorganisation und das For­schungsinstitut in Berlin gemeinsam. In Hamburg stünden schwierige Verhandlungen über den klimapolitischen Teil der G20-Ab­schlusserklärung an.  

„Die G20-Staaten müssen in Hamburg den Grundstein für eine schrittweise Einführung eines CO2-Preises in den G20-Staaten legen“, forderte Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer. „Wir unterstützen die deutsche Präsidentschaft in ihrem ehrgeizigen Zeitplan für einen zügigen Ausstieg der Weltgemeinschaft aus der ineffizienten Subventionierung fossiler Energien.“ Die G20-Staaten stehen für rund 66 Prozent der Weltbevölkerung und mehr als 80 Prozent der globalen Wirtschaftskraft und CO2-Emissionen.  

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, drängte auf ein klares Signal für die Umsetzung des Paris-Abkommens von den G20. „Klare am Paris-Abkommen orientierte Langfristziele, ein stetig steigendes internationales CO2-Preissignal und ausreichend Klimafinanzierung schaffen die Grundlage für die notwendigen Investitionen weltweit. Und sie eröffnen insbesondere den ärmsten und verletzlichsten Menschen und Ländern nachhaltige Zukunftschancen“, erläutert Bals.    

„Um durch das eigene Beispiel zu überzeugen, sollten die G20-Staaten bis Ende 2018, aber definitiv nicht später als 2020 langfristige nationale Klimaschutzpläne vorlegen. Sie sollten zudem ambitionierte und vergleichbare kurzfristige Klimaschutzziele zusagen und damit einen glaubhaften Anteil an der Erfüllung des Paris-Abkommens übernehmen“, empfahl Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator-Instituts MCC.

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G20-Staaten müssen Forschung und Entwicklung fördern

„Die G20-Staaten müssen mehr tun, um Forschung und Entwicklung zu fördern. Nur Gesundheitssysteme, die innovative Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten hervorbringen und gleichzeitig den Zugang zu Gesundheitsleistungen verbessern, leisten einen positiven Beitrag zu Wachstum und Entwicklung”, sagte Jürgen Heraeus, Präsident der Business 20 (B20), dem offiziellen Wirtschaftsdialog der G20, auf der B20-Gesundheitskonferenz in Berlin.  

In den vergangenen fünf Monaten habe die B20-Gesundheitsinitiative Empfehlungen erarbeitet, um die globale Gesundheitsversorgung zu verbessern. „Wollen wir jedoch die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung erfüllen, müssen wir mehr in unsere Gesundheitsversorgung investieren“, erklärte Heraeus einen Tag vor dem Treffen der G20-Gesundheitsminister.  

Eine gesunde Bevölkerung sei unverzichtbar für nachhaltiges und inklusives Wachstum und Entwicklung. Etwa 400 Millionen Menschen in Ländern mit mittleren und niedrigen Einkommen hätten keinen Zugang zu wirksamer und bezahlbarer Gesundheitsversorgung. Der globale Gesundheitssektor stehe beispiellosen Herausforderungen gegenüber: dem Anstieg zahlreicher chronischer Krankheiten (etwa Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Krebs oder Diabetes), der zunehmenden Verbreitung von Infektionskrankheiten, antibiotikaresistente Krankheiten und Infektionen sowie der Gefahr von Pandemien.  

“Wenn wir diese Herausforderungen überwinden wollen, müssen wir noch intensiver zusammenarbeiten”, forderte Heraeus von den G20. Durch Forschung und Entwicklung leiste die Industrie einen zentralen Beitrag, um die globalen Herausforderungen im Gesundheitssektor zu bewältigen.  

Eine Zusammenfassung der Empfehlungen finden Sie hier.

Über B20:

Die B20 ist ein integraler Teil des G20-Prozesses und vertritt in diesem die G20-Wirtschaft. Aufgabe der B20 ist es, die G20 durch konkrete Handlungsempfehlungen, konsolidierte Interessenvertretung und Expertise zu unterstützen. Darüber hinaus fördert die B20 den Dialog von Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft auf internationaler Ebene. In der B20 erarbeiten Wirtschaftsvertreter aus der G20 gemeinsame Empfehlungen und themenspezifische Handlungsvorschläge, welche die Bandbreite der G20-Agenda abdecken. Zudem finden B20-Veranstaltungen sowie ein Austausch mit Regierungen und anderen Stakeholdern des G20-Prozesses statt. Wie die G20-Präsidentschaft ist auch die B20-Präsidentschaft ein ganzjähriges Projekt.

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Leidensdruck im Mittelstand steigt

„Die Politik lässt sich von guten Wirtschaftszahlen blenden und erkennt nicht, dass der Leidensdruck im Mittelstand steigt. Es ist ein Alarmsignal, dass die Innovationstätigkeit seit einigen Jahren abnimmt.“ Dies sagte Hans-Toni Junius, Vorsitzender des Mittelstandsausschusses des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), in Berlin.  

Der BDI stellte seine Handlungsempfehlungen Mittelstand und Familienunternehmen vor. Die drei wichtigsten Forderungen aus Sicht des Mittelstands sind eine Investitionsoffensive, die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung und der Abbau bürokratischer Lasten.  

Vor allem gelte es, die Investitionen in die digitale Infrastruktur zu stärken. Im jüngsten Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lag Deutschland beim Glasfaserausbau nur auf Platz 28 von 32. Junius: „Der Mittelstand benötigt für die Digitalisierung wirtschaftspolitische Unterstützung: leistungsfähige Netze, passende Regeln und konkrete Hilfsangebote. Wer das schafft, trägt zu dauerhafter Beschäftigung, sicherem Einkommen und Wohlstand in der Breite bei.“  

Am meisten leide der Mittelstand unter der Regulierungslast. Ziel müsse es sein, die Bürokratie einzudämmen. Die Belastungen etwa aus Umwelt-, Energie-, Steuer- und Sozialgesetzgebung drücken besonders auf mittelständische Unternehmen. „Die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands steigt, wenn bürokratische Lasten sinken. Wer hier anpackt, bringt den Mittelstand spürbar nach vorn und sichert Arbeitsplätze“, erklärte Junius.  

Um die Innovationsfähigkeit des Mittelstands zu verbessern, fordert der BDI eine steuerliche Forschungsförderung. Deutschland sei eines der wenigen europäischen Länder, das auf dieses effektive Instrument der Forschungsförderung verzichte. Der geplante Forschungsbonus für kleine und mittlere Unternehmen sei ein wichtiger Einstieg in eine steuerliche Forschungsförderung, aber eben auch nicht mehr. Es gehe darum, den Standort mit besseren Bedingungen für private Investitionen und der kontinuierlichen Stärkung öffentlicher Investitionen voranzubringen. „Gerade in wirtschaftlich guten Zeiten muss die Politik wieder mehr Wirtschaft wagen, um rechtzeitig die Weichen für künftiges Wachstum und einen wettbewerbsfähigen Mittelstand zu stellen“, betonte Junius.

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Steuerlast drückt Unternehmen immer stärker

Andere große Industrieländer wie die USA und Großbritannien machen Wirtschaftspolitik mit Steuersätzen und planen Steuersenkungen. Deutschland praktiziert das Gegenteil, die Steuerlast für Unternehmen nimmt weiter zu: Die Belastung der Gewerbebetriebe mit Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer wird von derzeit 138,7 Milliarden Euro bis 2021 auf voraussichtlich 161 Milliarden Euro steigen. International tätige deutsche Unternehmen zahlen im Verhältnis zum Umsatz einen überproportionalen Anteil ihrer Ertragsteuern in Deutschland. In der Chemie ist er rund dreimal so hoch. Das belegt die neue Studie „Die Steuerbelastung der Unternehmen in Deutschland“, die der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Dienstag in Berlin veröffentlicht haben.

„Ein weltweiter Steuerwettlauf nach unten benachteiligt deutsche Firmen. Deutschland liegt im internationalen Vergleich mit seinen Steuersätzen für Unternehmen schon jetzt am oberen Ende. Die Bundesregierung muss dafür Sorge tragen, dass Deutschland angesichts dieser Entwicklung den Anschluss nicht verliert“, forderte BDI-Präsident Dieter Kempf. „Auslandsaktivitäten der Unternehmen dürfen nicht schlechter gestellt werden als Inlandstätigkeiten. Es wäre sinnvoll, einer zunehmenden Verbreiterung der Bemessungsgrundlage bei den Unternehmensteuern entgegenzuwirken. Das hätte eine positive Signalwirkung für Investitionsentscheidungen hierzulande“, sagte Kempf.

Auch für VCI-Präsident Kurt Bock ist Steuerpolitik ein wichtiger Baustein guter Industriepolitik. „Das deutsche Steuerrecht muss vor dem Hintergrund des zunehmenden internationalen Steuerwettbewerbs mit Staaten wie den USA oder Großbritannien Schritt halten. Nur dann können die hier ansässigen Unternehmen bestehende Arbeitsplätze sichern und neue schaffen“, betonte der VCI-Präsident. Er plädierte daher für eine mutige Steuerstrukturreform, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu sichern: „Im Fokus sollte dabei zum einen die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovationen durch steuerliche Anreize stehen. Die Einführung einer steuerlichen FuE-Förderung in Höhe von 10 Prozent neben der bestehenden Projektförderung würde zu einer Ausweitung der FuE-Tätigkeit der Unternehmen um rund 14 Prozent führen. Zum anderen zählt hierzu die dringend notwendige und überfällige Reform der Gewerbesteuer. Das würde sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig auszahlen."

 

 

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NRW-Wahl: Aufruf zu schneller Regierungsbildung

Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, die Wahlsieger aufgefordert, schnell eine neue Landesregierung zu bilden. „NRW braucht mehr Tempo, um voranzukommen“, sagte Kempf am Montag in Berlin. In NRW lebt ein gutes Fünftel der deutschen Bevölkerung. Im Land werden rund 19 Prozent der bundesweiten industriellen Wertschöpfung erwirtschaftet.  

Die künftige unionsgeführte Regierung in Düsseldorf müsse mehr Wirtschaft wagen. „Die neue Regierung muss die Wachstumskräfte stärken. Wir brauchen eine Investitionsoffensive – für NRW wie für ganz Deutschland“, unterstrich Kempf. Dazu gehörten bessere Bedingungen für private Investitionen und mehr öffentliche Investitionen, etwa in Bildung, Digitalisierung und Verkehr.  

„Viele Experimente in der Bildungs-, Umwelt- und Klimapolitik haben unsere Unternehmen belastet und NRW geschwächt“, erklärte der BDI-Präsident. Er verwies darauf, dass NRW über den Bundesrat etliche Initiativen in diversen Politikbereichen in die Bundespolitik gebracht habe. „Die Wähler haben sich gegen viele unternehmensfeindliche Positionen der alten Landesregierung gewehrt. Es ist gut, dass der SPD-Spitzenkandidat im Bund jetzt ankündigt, sich künftig um eine starke Wirtschaft kümmern zu wollen“, sagte Kempf.

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Der Wahlsieg von Emmanuel Macron macht Europa Mut

„Der Wahlsieg Emmanuel Macrons macht Europa Mut. Ich freue mich über einen überzeugten Europäer als neuen Präsidenten Frankreichs. Das sind gute Nachrichten aus unserem Nachbarland.“ Dies sagte Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), zum Ausgang der französischen Präsidentschaftswahlen.  

Macrons wichtigste Aufgabe sei es nun, die Franzosen hinter seinem Reformprogramm zu versammeln. Er könne Frankreich nur wieder auf Wachstumskurs bringen, wenn es ihm gelinge, nach den Parlamentswahlen in einem Monat eine breite Allianz zu bilden.   

Europa müsse den Rückenwind aus Frankreich jetzt nutzen, um wichtige Vorhaben wie die Stärkung des europäischen Binnenmarktes für Energie und Digitalisierung voranzubringen, sagte Kempf. „Für die Zukunft Europas ist es entscheidend, dass der deutsch-französische Motor wieder mit voller Kraft fährt. Paris und Berlin müssen an einem Strang ziehen“, unterstrich der BDI-Präsident.  

„Wir in Deutschland wünschen uns ein starkes Frankreich in Europa“, erklärte Kempf. Deutschland ist Frankreichs wichtigster Handelspartner: Der deutsche Markt ist das französische Exportziel Nummer eins und wichtigstes Lieferland. Für Deutschland ist Frankreich der zweitwichtigste Abnehmer und drittwichtigster Lieferant.

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Siemens-Vorstandsmitglied Roland Busch übernimmt Vorsitz der NMI

Nach der Aufhebung der nuklearbezogenen Sanktionen gegen den Iran hatte sich Russwurm insbesondere um den Wiederaufbau des Iran-Geschäfts der deutschen Wirtschaft verdient gemacht und darüber hinaus die Zusammenarbeit mit der gesamten Region intensiviert. Das weitere Engagement der deutschen Wirtschaft im Iran und der Ausbau des Geschäfts mit den arabischen Ländern an Golf und Mittelmeer werden auch Schwerpunkte für seinen Nachfolger bleiben.

„Die umfangreichen Modernisierungs- und Investitionsprogramme in den arabischen Ländern helfen vor allem den rund 400 Millionen Menschen, die dort leben“, sagte Busch. „Die deutsche Wirtschaft kann vor Ort mit ihrer Erfahrung bei der Ausbildung von Fachkräften und mit innovativen Technologien beispielsweise im Energie-, Verkehrs- und Gesundheitssektor beitragen“, so Busch weiter.  

Mit dem Wechsel tritt erneut ein Siemens-Vertreter an die Spitze der NMI. Busch ist nicht nur Technologievorstand im DAX-Konzern, sondern unter anderem auch für den Nahen und Mittleren Osten sowie die Region der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) verantwortlich.  

Die Wachstumsmärkte in Nordafrika und dem Mittleren Osten bieten große Potenziale für Industrie und Handel. Deutschland war 2016 mit knapp 50 Milliarden Euro der größte europäische Exporteur in diese Region, gefolgt von Frankreich und Italien. Wichtigste Exportdestinationen sind nach wie vor die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien.  

Die Region ist in mehrfacher Hinsicht für deutsche Unternehmen attraktiv. Geschäftschancen bieten sich insbesondere in den energieintensiven Industrien wie der Metallverarbeitung, in der petrochemischen Industrie oder in der Bau- und Wasserwirtschaft. Darüber hinaus können deutsche Unternehmen ihre weltweit hoch angesehene Expertise in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften in der Region einbringen. Weitere Möglichkeiten ergeben sich unter anderem durch Forschungskooperationen in Kombination mit einem Transfer von Technologie und Wissen.    

Über die NMI:

Träger der Nordafrika Mittelost Initiative der Deutschen Wirtschaft sind der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft (AV) und der Bundesverband deutscher Banken (Bankenverband). Die NMI arbeitet gemeinsam mit 21 Ländern in der Region Mittlerer und Naher Osten sowie Nordafrika, in denen etwa 400 Millionen Einwohner leben. Dies entspricht rund sechs Prozent der Weltbevölkerung.

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B20-Präsident Heraeus: Die G20 braucht mehr Mut, Globalisierung aktiv zu gestalten

„Die Wirtschaftsvertreter der G20-Staaten fordern die G20 auf, mehr Mut zu haben, die Globalisierung aktiv zu gestalten.“ Das sagte Jürgen Heraeus, Präsident des offiziellen Wirtschaftsdialoges Business 20 (B20), anlässlich des B20-Gipfels in Berlin.  

„Globale Herausforderungen brauchen globale Antworten. Nationale Alleingänge führen ins Abseits. Die G20 ist heute wichtiger denn je“, erklärte Heraeus. Die B20 hat in den vergangenen zehn Monaten Empfehlungen für die G20 entwickelt, um die Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Weltwirtschaft zu verbessern. „Wir stehen für offene und regelbasierte Märkte ein. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass alle vom Nutzen der Globalisierung profitieren können. Beispielsweise müssen wir mehr in Bildung und lebenslanges Lernen investieren.“ Die B20 bekannte sich zum Pariser Klimaabkommen und sprach sich entschieden gegen Protektionismus aus.  

Das Motto der deutschen G20-Präsidentschaft lautet: Eine vernetzte Welt gestalten. „Nun ist es wichtig, dass die G20 dieses Leitbild beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs Anfang Juli in Hamburg auch tatsächlich in internationale Politik umsetzen“, sagte Heraeus.  

„Wenn wir ein zukunftsorientiertes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum sicherstellen wollen, spielt die Wirtschaft eine wichtige Rolle. Wir sind bereit, diese Aufgabe zu übernehmen“, erklärte Heraeus.  

Dazu die Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sowie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die den B20-Prozess tragen:  

BDI-Präsident Dieter Kempf: „Die deutsche Industrie fordert von den G20-Mitgliedern den Verzicht auf protektionistische Maßnahmen. Der Welthandel ist kein Nullsummenspiel, bei dem einer alles gewinnt und der andere verliert. Wenn wir zusammenarbeiten, gewinnen alle. Wenn wir gegeneinander arbeiten, kostet das Wohlstand, Jobs und Aufstiegschancen – überall auf der Welt.“  

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer: „Faktoren wie der demografische Wandel, die Digitalisierung und eine erhöhte Mobilität verändern die Arbeitswelt schon heute tiefgreifend. Daher ist es für die G20-Mitglieder wichtig, offene, dynamische und integrative Arbeitsmärkte zu fördern.”  

DIHK-Präsident Eric Schweitzer: „Die B20 setzt sich dafür ein, KMUs einen verbesserten Zugang zum globalen Handel sowie zur Finanz- und Digitalinfrastruktur zu verschaffen. Dadurch erhöhen wir Ihre Erfolgschancen im globalen Wettbewerb.“  

Über B20

Die B20 ist ein integraler Teil des G20-Prozesses und vertritt in diesem die G20-Wirtschaft. Aufgabe der B20 ist es, die G20 durch konkrete Handlungsempfehlungen, konsolidierte Interessenvertretung und Expertise zu unterstützen. Darüber hinaus fördert die B20 den Dialog von Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft auf internationaler Ebene. In der B20 erarbeiten Wirtschaftsvertreter aus der G20 gemeinsame Empfehlungen und themenspezifische Handlungsvorschläge, welche die Bandbreite der G20-Agenda abdecken. Zudem finden B20-Veranstaltungen sowie ein Austausch mit Regierungen und anderen Stakeholdern des G20-Prozesses statt. Wie die G20-Präsidentschaft ist auch die B20-Präsidentschaft ein ganzjähriges Projekt. Die deutsche B20 hat über 700 Mitglieder aus allen G20-Ländern.