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Große Familienunternehmen fordern mehr Engagement für eine stabile EU

Priorität einer neuen Bundesregierung muss die Stabilisierung der Europäischen Union sein. Das fordert mehr als jedes zweite große Familienunternehmen in Deutschland (55 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Bank unter den größten Familienunternehmen in Deutschland. Zentrale Sorge der größten Familienunternehmen ist ein Wiederaufkommen der Schuldenkrise (63 Prozent).  

„Die größten Familienunternehmen sind stolz auf Europa, das ein einzigartiges Netzwerk zum gegenseitigen Vorteil ist. Nahezu zwei Drittel der deutschen Exporte geht in die EU-Staaten“, sagte Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI, am Montag in Berlin. „Die EU ist für die Wirtschaft die Lösung, nicht das Problem. Die Stärkung des Wirtschaftsraums Europa muss rasch vorangehen.“  

Trotz zunehmender Unsicherheiten in der Welt bewerten immer mehr große Familienunternehmen die eigenen Aussichten als rosig. Drei Viertel der Befragten schätzen die zukünftige Wirtschaftslage ihres Unternehmens als gut oder sehr gut ein – damit ist dieser Wert das fünfte Jahr in Folge gestiegen (76 Prozent). Im vergangenen Jahr waren es noch rund zwei Drittel der Unternehmen.  

„Die Familienunternehmen in Deutschland haben ihre Hausaufgaben gemacht. Sie sind nicht immun, aber sehr robust aufgestellt gegen die Auswirkungen globaler protektionistischer Maßnahmen“, sagte Stefan Bender, Leiter Firmenkunden bei der Deutschen Bank. So erwarten nahezu alle in die USA exportierenden Unternehmen mindestens eine Seitwärtsbewegung des dort erzielten Umsatzanteils, über ein Drittel sogar einen Anstieg. Nicht einmal jedes zehnte Unternehmen rechnet damit, dass sein Exportanteil in den Vereinigten Staaten sinken wird (sieben Prozent).  

 

Im Auftrag der Deutschen Bank und des BDI hat das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn von März bis Mai 2017 Entscheider von 312 Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz befragt. Im Durchschnitt machten diese Unternehmen im vergangenen Jahr 307 Millionen Euro Umsatz und beschäftigten 1488 Mitarbeiter. Die Ergebnisse sind Bestandteil der jährlichen Befragung „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“. Die gesamte Studie wird im Juli veröffentlicht.    

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Asien-Pazifik-Ausschuss: China muss Ernst machen mit Marktöffnung

„China muss Ernst machen mit seiner Marktöffnung. Der 20-Punkte-Plan der chinesischen Regierung vom Januar darf nicht nur ein Marketinginstrument bleiben, mit dem sich China einem internationalen Publikum als Promoter offener Märkte in Zeiten eines wachsenden Protektionismus präsentiert. Es ist nun an China, konkrete Vorschläge zur Realisierung des Plan zu liefern, dazu gehören etwa eine einheitliche Umsetzung von Richtlinien und Gesetzen oder die Gleichbehandlung ausländischer Unternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen.“ Das sagte Hubert Lienhard, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA), in Berlin anlässlich des erstmals in Berlin tagenden vierten Deutsch-Chinesischen Beratenden Wirtschaftsausschuss (DCBWA) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang.

„Der deutsche Markt steht ausländischen Investitionen gegenüber weitestgehend offen. Das ist auch gut so, denn ausländische Investitionen kommen uns allen zugute. In China wird diese Offenheit jedoch bisher nicht in gleichem Maße erwidert, diese Asymmetrie ist ein Problem“, sagte Lienhard. Der APA fordert die Gleichbehandlung ausländischer Unternehmen in China. Dazu gehöre unter anderem eine Aufhebung des Joint-Venture-Zwangs in mehreren Branchen. Außerdem würden ausländische Firmen bei der öffentlichen Auftragsvergabe benachteiligt. Auch Protektionismus bei langwierigen Prüfverfahren, Einfuhrquoten oder Kaufpreissubventionen erschwere die Zulassung ausländischer Produkte und Dienstleistungen.    

Über den DCBWA:

Im DCBWA treffen führende deutsche und chinesische Unternehmer zusammen und beraten gemeinsam mit den Regierungschefs Chinas und Deutschlands über die Verbesserung des Marktzugangs in beiden Ländern. Der Ausschuss wurde im August 2012 im Rahmen der zweiten Deutsch-Chinesischen Regierungs­konsultationen beschlossen. Der DCBWA tagte zuletzt im Juni 2016 in Beijing. Die Sitzung des DCBWA am Donnerstag anlässlich des Deutschland-Besuchs von Premierminister Li Keqiang ist die erste in Deutschland.    

Über den APA:

Der Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist das Sprachrohr der deutschen Asienwirtschaft im Dialog mit der Politik in Deutschland und in den asiatisch-pazifischen Partnerländern. Der APA bündelt die asienbezogenen wirtschaftspolitischen Interessen deutscher Unternehmen. Angestrebt werden die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Ländern der Asien-Pazifik-Region und die Förderung von Handel und Investitionen in beide Richtungen.

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Asien-Pazifik-Ausschuss: Deutsche Wirtschaft will Chancen in Indien nutzen

„In Indien machen noch immer mangelnde Rechtssicherheit, eine schwerfällige Verwaltung und fehlende Infrastruktur Unternehmen aus Deutschland die Entscheidung, in den Markt zu investieren, sehr schwer. Dies gilt gerade für kleine und mittelständische Unternehmen. Mit Blick auf Zölle und weitere Handelshemmnisse muss Indien sich stärker öffnen, damit unsere Unternehmen ihr Engagement im Land ausbauen.“ Das sagte Hubert Lienhard, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA), in Berlin anlässlich des Indo-German Business Summit 2017 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem indischen Premierminister Narendra Modi.  

„Die indische Kündigung des bilateralen Investitionsschutzabkommens mit Deutschland schafft Verunsicherung bei deutschen Firmen“, erklärte Lienhard. Dieser Schritt beeinträchtige das Vertrauen deutscher Investoren, da unter anderem Investitionen in Indien nicht mehr über Bundesgarantien für Direktinvestitionen im Ausland abgesichert werden können.  

„Die Verhandlungen zum bilateralen EU-Indien-Freihandelsabkommen müssen schnell wieder aufgenommen werden. Ein Abschluss des Abkommens wäre ein wichtiges Signal an deutsche Investoren“, sagte Lienhard.  

Der indische Premierminister Narendra Modi habe zwar zahlreiche Projekte zur Verschlankung der Verwaltung, zum digitalen Ausbau des Landes oder für bessere Ausbildungssysteme angestoßen. Lienhard: „Die Einführung einer einheitlichen Umsatzsteuer ist vielversprechend und für deutsche Unternehmen ein Investitionsanreiz. Unsere Wirtschaft hofft auf weitere solcher großen Reformen.“  

Indien ist eines der am schnellsten wachsenden Schwellenländer. 2017 und 2018 werden Wachstumsraten in Höhe von 7,4 Prozent beziehungsweise 7,8 Prozent prognostiziert. Der bilaterale Handel zwischen Deutschland und Indien ist auf rund 17 Milliarden Euro im vergangenen Jahr angewachsen. Davon sind knapp zehn Milliarden Euro deutsche Exporte nach Indien. Der Bestand deutscher Investitionen in Indien belief sich Ende 2015 auf knapp 13 Milliarden Euro.

Über den APA:

Der Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist das Sprachrohr der deutschen Asienwirtschaft im Dialog mit der Politik in Deutschland und in den asiatisch-pazifischen Partnerländern. Der APA bündelt die asienbezogenen wirtschaftspolitischen Interessen deutscher Unternehmen. Angestrebt werden die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Ländern der Asien-Pazifik-Region und die Förderung von Handel und Investitionen in beide Richtungen.

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G7-Gipfel muss klares Signal für Freihandel und Klimaschutz senden

„Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten müssen auf ihrem Gipfel ein klares Signal für Freihandel und Klimaschutz senden. Die Wirtschaft braucht mehr als nur einen Minimalkonsens.“ Das sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, anlässlich des G7-Gipfels auf Sizilien. „Kein Land ist eine Insel. Die USA dürfen sich in Sachen Klimaschutz und Freihandel nicht ins Abseits stellen.“  

Die G7-Staaten müssten sich ohne Wenn und Aber für Klimaschutz und die Umsetzung des Pariser Abkommens einsetzen, das inzwischen rund 150 Staaten ratifiziert haben. „Es kommt auf eine gemeinsame schrittweise Einführung von CO2-Preissignalen in den G20-Staaten an“, sagte Kempf. „Ein ehrgeiziger Zeitplan für einen zügigen Ausstieg der Weltgemeinschaft aus der ineffizienten Subventionierung fossiler Energien ist unerlässlich.“  

Kempf forderte die USA auf, sich auf dem Gipfel zum Freihandel zu bekennen: „Wir dürfen eine Trendwende weg vom Freihandel hin zu Abschottung nicht zulassen. Der Welthandel ist kein Nullsummenspiel, bei dem der eine gewinnt und der andere verliert.“ Dieser Einsicht sollte sich Washington nicht entziehen. „Wenn wir zusammenarbeiten, gewinnen alle. Wenn wir gegeneinander arbeiten, kostet das Wohlstand, Jobs und Aufstiegschancen – überall auf der Welt.“ Exporte und Importe addierten sich in Deutschland auf 84 Prozent des Bruttoinlandproduktes, erklärte der BDI-Präsident. „In Deutschland hängt jeder vierte Arbeitsplatz vom Export ab, in der Industrie ist es sogar mehr als jeder zweite.“  

Kempf forderte ein geschlossenes Auftreten der G7-Staaten in Sizilien. „Für den bevorstehenden G20-Gipfel in Hamburg ist Rückenwind notwendig. Diese Chance sollten die Staats- und Regierungschefs unbedingt nutzen.“

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Stimmung im Mittelstand so gut wie nie

Die Stimmung im industriellen Mittelstand ist euphorisch. Fast 60 Prozent der Unternehmen stufen ihre Wirtschaftslage als sehr gut oder gut ein. Das ist der höchste Prozentsatz seit der ersten Erhebung des Mittelstandspanels im Jahr 2005, wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und A.T. Kearney am Donnerstag in Berlin mitteilten. Fürs kommende Jahr rechnen mit 51 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten mit einem sehr guten Geschäftsjahr. Treiber der positiven Geschäftsentwicklung ist die Binnenkonjunktur: 44 Prozent der Mittelständler sehen die Inlandsumsätze steigen, 27 Prozent erwarten dies im Auslandsgeschäft. An der aktuellen Umfrage nahmen über 400 Unternehmen teil. Der zunehmende Fachkräftemangel im Inland und nationalistische Strömungen im Ausland trüben die Stimmung jedoch. Jeweils 35 Prozent der Befragten befürchten negative Auswirkungen durch die protektionistische Rhetorik der Regierung Trump sowie durch den Brexit. Nationalistische Strömungen in den EU-Mitgliedsstaaten betrachten 42 Prozent der befragten Unternehmer als Risiko für ihr Geschäft. „Kaum eine Volkswirtschaft ist so offen und eng mit der restlichen Welt verflochten wie unsere“, sagte Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer. „Auch nach der Bundestagswahl muss Deutschland ein Gegengewicht zu Abschottungstendenzen sein. Fast 90 Prozent der mittelständischen Industrieunternehmen exportieren direkt oder indirekt ins Ausland.“ Während sich der Mittelstand für die Digitalisierung im Hinblick auf die eigene Unternehmenskultur und -struktur gut aufgestellt sieht, herrscht auf der technologischen Seite Aufholbedarf. Dies gilt besonders für kleinere Unternehmen. Besorgniserregend ist, dass gerade einmal 35 Prozent der befragten Unternehmen die Digitalisierung als Chance sehen. Dagegen begreifen 42 Prozent die Digitalisierung als Herausforderung. „Dem deutschen Mittelstand geht es gut, aber die Digitalisierung lässt keine Zeit zum Ausruhen“, erklärte Martin Eisenhut, Partner und Managing Director Central Europe von A.T. Kearney. „Mehr denn je sind Mut und Experimentierlust gefragt. Hier sind viele Unternehmen noch zu zögerlich.“

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BDI, Germanwatch und MCC vor Petersberger Klimadialog: G20 müssen für Klimaschutz eintreten

Vor dem in Berlin beginnenden Petersberger Klimadialog haben der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Germanwatch sowie das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gemeinsam die G20-Staaten aufgefordert, klar für Klimaschutz und die Umsetzung des Paris-Abkommens einzutreten. Das Treffen müsse den erforderlichen Rücken­wind für den G20-Gipfel in Hamburg Anfang Juli bringen, forderten der Wirtschaftsverband, die Umweltorganisation und das For­schungsinstitut in Berlin gemeinsam. In Hamburg stünden schwierige Verhandlungen über den klimapolitischen Teil der G20-Ab­schlusserklärung an.  

„Die G20-Staaten müssen in Hamburg den Grundstein für eine schrittweise Einführung eines CO2-Preises in den G20-Staaten legen“, forderte Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer. „Wir unterstützen die deutsche Präsidentschaft in ihrem ehrgeizigen Zeitplan für einen zügigen Ausstieg der Weltgemeinschaft aus der ineffizienten Subventionierung fossiler Energien.“ Die G20-Staaten stehen für rund 66 Prozent der Weltbevölkerung und mehr als 80 Prozent der globalen Wirtschaftskraft und CO2-Emissionen.  

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, drängte auf ein klares Signal für die Umsetzung des Paris-Abkommens von den G20. „Klare am Paris-Abkommen orientierte Langfristziele, ein stetig steigendes internationales CO2-Preissignal und ausreichend Klimafinanzierung schaffen die Grundlage für die notwendigen Investitionen weltweit. Und sie eröffnen insbesondere den ärmsten und verletzlichsten Menschen und Ländern nachhaltige Zukunftschancen“, erläutert Bals.    

„Um durch das eigene Beispiel zu überzeugen, sollten die G20-Staaten bis Ende 2018, aber definitiv nicht später als 2020 langfristige nationale Klimaschutzpläne vorlegen. Sie sollten zudem ambitionierte und vergleichbare kurzfristige Klimaschutzziele zusagen und damit einen glaubhaften Anteil an der Erfüllung des Paris-Abkommens übernehmen“, empfahl Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator-Instituts MCC.

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G20-Staaten müssen Forschung und Entwicklung fördern

„Die G20-Staaten müssen mehr tun, um Forschung und Entwicklung zu fördern. Nur Gesundheitssysteme, die innovative Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten hervorbringen und gleichzeitig den Zugang zu Gesundheitsleistungen verbessern, leisten einen positiven Beitrag zu Wachstum und Entwicklung”, sagte Jürgen Heraeus, Präsident der Business 20 (B20), dem offiziellen Wirtschaftsdialog der G20, auf der B20-Gesundheitskonferenz in Berlin.  

In den vergangenen fünf Monaten habe die B20-Gesundheitsinitiative Empfehlungen erarbeitet, um die globale Gesundheitsversorgung zu verbessern. „Wollen wir jedoch die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung erfüllen, müssen wir mehr in unsere Gesundheitsversorgung investieren“, erklärte Heraeus einen Tag vor dem Treffen der G20-Gesundheitsminister.  

Eine gesunde Bevölkerung sei unverzichtbar für nachhaltiges und inklusives Wachstum und Entwicklung. Etwa 400 Millionen Menschen in Ländern mit mittleren und niedrigen Einkommen hätten keinen Zugang zu wirksamer und bezahlbarer Gesundheitsversorgung. Der globale Gesundheitssektor stehe beispiellosen Herausforderungen gegenüber: dem Anstieg zahlreicher chronischer Krankheiten (etwa Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Krebs oder Diabetes), der zunehmenden Verbreitung von Infektionskrankheiten, antibiotikaresistente Krankheiten und Infektionen sowie der Gefahr von Pandemien.  

“Wenn wir diese Herausforderungen überwinden wollen, müssen wir noch intensiver zusammenarbeiten”, forderte Heraeus von den G20. Durch Forschung und Entwicklung leiste die Industrie einen zentralen Beitrag, um die globalen Herausforderungen im Gesundheitssektor zu bewältigen.  

Eine Zusammenfassung der Empfehlungen finden Sie hier.

Über B20:

Die B20 ist ein integraler Teil des G20-Prozesses und vertritt in diesem die G20-Wirtschaft. Aufgabe der B20 ist es, die G20 durch konkrete Handlungsempfehlungen, konsolidierte Interessenvertretung und Expertise zu unterstützen. Darüber hinaus fördert die B20 den Dialog von Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft auf internationaler Ebene. In der B20 erarbeiten Wirtschaftsvertreter aus der G20 gemeinsame Empfehlungen und themenspezifische Handlungsvorschläge, welche die Bandbreite der G20-Agenda abdecken. Zudem finden B20-Veranstaltungen sowie ein Austausch mit Regierungen und anderen Stakeholdern des G20-Prozesses statt. Wie die G20-Präsidentschaft ist auch die B20-Präsidentschaft ein ganzjähriges Projekt.

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Leidensdruck im Mittelstand steigt

„Die Politik lässt sich von guten Wirtschaftszahlen blenden und erkennt nicht, dass der Leidensdruck im Mittelstand steigt. Es ist ein Alarmsignal, dass die Innovationstätigkeit seit einigen Jahren abnimmt.“ Dies sagte Hans-Toni Junius, Vorsitzender des Mittelstandsausschusses des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), in Berlin.  

Der BDI stellte seine Handlungsempfehlungen Mittelstand und Familienunternehmen vor. Die drei wichtigsten Forderungen aus Sicht des Mittelstands sind eine Investitionsoffensive, die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung und der Abbau bürokratischer Lasten.  

Vor allem gelte es, die Investitionen in die digitale Infrastruktur zu stärken. Im jüngsten Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lag Deutschland beim Glasfaserausbau nur auf Platz 28 von 32. Junius: „Der Mittelstand benötigt für die Digitalisierung wirtschaftspolitische Unterstützung: leistungsfähige Netze, passende Regeln und konkrete Hilfsangebote. Wer das schafft, trägt zu dauerhafter Beschäftigung, sicherem Einkommen und Wohlstand in der Breite bei.“  

Am meisten leide der Mittelstand unter der Regulierungslast. Ziel müsse es sein, die Bürokratie einzudämmen. Die Belastungen etwa aus Umwelt-, Energie-, Steuer- und Sozialgesetzgebung drücken besonders auf mittelständische Unternehmen. „Die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands steigt, wenn bürokratische Lasten sinken. Wer hier anpackt, bringt den Mittelstand spürbar nach vorn und sichert Arbeitsplätze“, erklärte Junius.  

Um die Innovationsfähigkeit des Mittelstands zu verbessern, fordert der BDI eine steuerliche Forschungsförderung. Deutschland sei eines der wenigen europäischen Länder, das auf dieses effektive Instrument der Forschungsförderung verzichte. Der geplante Forschungsbonus für kleine und mittlere Unternehmen sei ein wichtiger Einstieg in eine steuerliche Forschungsförderung, aber eben auch nicht mehr. Es gehe darum, den Standort mit besseren Bedingungen für private Investitionen und der kontinuierlichen Stärkung öffentlicher Investitionen voranzubringen. „Gerade in wirtschaftlich guten Zeiten muss die Politik wieder mehr Wirtschaft wagen, um rechtzeitig die Weichen für künftiges Wachstum und einen wettbewerbsfähigen Mittelstand zu stellen“, betonte Junius.

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Steuerlast drückt Unternehmen immer stärker

Andere große Industrieländer wie die USA und Großbritannien machen Wirtschaftspolitik mit Steuersätzen und planen Steuersenkungen. Deutschland praktiziert das Gegenteil, die Steuerlast für Unternehmen nimmt weiter zu: Die Belastung der Gewerbebetriebe mit Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer wird von derzeit 138,7 Milliarden Euro bis 2021 auf voraussichtlich 161 Milliarden Euro steigen. International tätige deutsche Unternehmen zahlen im Verhältnis zum Umsatz einen überproportionalen Anteil ihrer Ertragsteuern in Deutschland. In der Chemie ist er rund dreimal so hoch. Das belegt die neue Studie „Die Steuerbelastung der Unternehmen in Deutschland“, die der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Dienstag in Berlin veröffentlicht haben.

„Ein weltweiter Steuerwettlauf nach unten benachteiligt deutsche Firmen. Deutschland liegt im internationalen Vergleich mit seinen Steuersätzen für Unternehmen schon jetzt am oberen Ende. Die Bundesregierung muss dafür Sorge tragen, dass Deutschland angesichts dieser Entwicklung den Anschluss nicht verliert“, forderte BDI-Präsident Dieter Kempf. „Auslandsaktivitäten der Unternehmen dürfen nicht schlechter gestellt werden als Inlandstätigkeiten. Es wäre sinnvoll, einer zunehmenden Verbreiterung der Bemessungsgrundlage bei den Unternehmensteuern entgegenzuwirken. Das hätte eine positive Signalwirkung für Investitionsentscheidungen hierzulande“, sagte Kempf.

Auch für VCI-Präsident Kurt Bock ist Steuerpolitik ein wichtiger Baustein guter Industriepolitik. „Das deutsche Steuerrecht muss vor dem Hintergrund des zunehmenden internationalen Steuerwettbewerbs mit Staaten wie den USA oder Großbritannien Schritt halten. Nur dann können die hier ansässigen Unternehmen bestehende Arbeitsplätze sichern und neue schaffen“, betonte der VCI-Präsident. Er plädierte daher für eine mutige Steuerstrukturreform, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu sichern: „Im Fokus sollte dabei zum einen die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovationen durch steuerliche Anreize stehen. Die Einführung einer steuerlichen FuE-Förderung in Höhe von 10 Prozent neben der bestehenden Projektförderung würde zu einer Ausweitung der FuE-Tätigkeit der Unternehmen um rund 14 Prozent führen. Zum anderen zählt hierzu die dringend notwendige und überfällige Reform der Gewerbesteuer. Das würde sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig auszahlen."

 

 

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NRW-Wahl: Aufruf zu schneller Regierungsbildung

Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, die Wahlsieger aufgefordert, schnell eine neue Landesregierung zu bilden. „NRW braucht mehr Tempo, um voranzukommen“, sagte Kempf am Montag in Berlin. In NRW lebt ein gutes Fünftel der deutschen Bevölkerung. Im Land werden rund 19 Prozent der bundesweiten industriellen Wertschöpfung erwirtschaftet.  

Die künftige unionsgeführte Regierung in Düsseldorf müsse mehr Wirtschaft wagen. „Die neue Regierung muss die Wachstumskräfte stärken. Wir brauchen eine Investitionsoffensive – für NRW wie für ganz Deutschland“, unterstrich Kempf. Dazu gehörten bessere Bedingungen für private Investitionen und mehr öffentliche Investitionen, etwa in Bildung, Digitalisierung und Verkehr.  

„Viele Experimente in der Bildungs-, Umwelt- und Klimapolitik haben unsere Unternehmen belastet und NRW geschwächt“, erklärte der BDI-Präsident. Er verwies darauf, dass NRW über den Bundesrat etliche Initiativen in diversen Politikbereichen in die Bundespolitik gebracht habe. „Die Wähler haben sich gegen viele unternehmensfeindliche Positionen der alten Landesregierung gewehrt. Es ist gut, dass der SPD-Spitzenkandidat im Bund jetzt ankündigt, sich künftig um eine starke Wirtschaft kümmern zu wollen“, sagte Kempf.

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Der Wahlsieg von Emmanuel Macron macht Europa Mut

„Der Wahlsieg Emmanuel Macrons macht Europa Mut. Ich freue mich über einen überzeugten Europäer als neuen Präsidenten Frankreichs. Das sind gute Nachrichten aus unserem Nachbarland.“ Dies sagte Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), zum Ausgang der französischen Präsidentschaftswahlen.  

Macrons wichtigste Aufgabe sei es nun, die Franzosen hinter seinem Reformprogramm zu versammeln. Er könne Frankreich nur wieder auf Wachstumskurs bringen, wenn es ihm gelinge, nach den Parlamentswahlen in einem Monat eine breite Allianz zu bilden.   

Europa müsse den Rückenwind aus Frankreich jetzt nutzen, um wichtige Vorhaben wie die Stärkung des europäischen Binnenmarktes für Energie und Digitalisierung voranzubringen, sagte Kempf. „Für die Zukunft Europas ist es entscheidend, dass der deutsch-französische Motor wieder mit voller Kraft fährt. Paris und Berlin müssen an einem Strang ziehen“, unterstrich der BDI-Präsident.  

„Wir in Deutschland wünschen uns ein starkes Frankreich in Europa“, erklärte Kempf. Deutschland ist Frankreichs wichtigster Handelspartner: Der deutsche Markt ist das französische Exportziel Nummer eins und wichtigstes Lieferland. Für Deutschland ist Frankreich der zweitwichtigste Abnehmer und drittwichtigster Lieferant.

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Siemens-Vorstandsmitglied Roland Busch übernimmt Vorsitz der NMI

Nach der Aufhebung der nuklearbezogenen Sanktionen gegen den Iran hatte sich Russwurm insbesondere um den Wiederaufbau des Iran-Geschäfts der deutschen Wirtschaft verdient gemacht und darüber hinaus die Zusammenarbeit mit der gesamten Region intensiviert. Das weitere Engagement der deutschen Wirtschaft im Iran und der Ausbau des Geschäfts mit den arabischen Ländern an Golf und Mittelmeer werden auch Schwerpunkte für seinen Nachfolger bleiben.

„Die umfangreichen Modernisierungs- und Investitionsprogramme in den arabischen Ländern helfen vor allem den rund 400 Millionen Menschen, die dort leben“, sagte Busch. „Die deutsche Wirtschaft kann vor Ort mit ihrer Erfahrung bei der Ausbildung von Fachkräften und mit innovativen Technologien beispielsweise im Energie-, Verkehrs- und Gesundheitssektor beitragen“, so Busch weiter.  

Mit dem Wechsel tritt erneut ein Siemens-Vertreter an die Spitze der NMI. Busch ist nicht nur Technologievorstand im DAX-Konzern, sondern unter anderem auch für den Nahen und Mittleren Osten sowie die Region der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) verantwortlich.  

Die Wachstumsmärkte in Nordafrika und dem Mittleren Osten bieten große Potenziale für Industrie und Handel. Deutschland war 2016 mit knapp 50 Milliarden Euro der größte europäische Exporteur in diese Region, gefolgt von Frankreich und Italien. Wichtigste Exportdestinationen sind nach wie vor die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien.  

Die Region ist in mehrfacher Hinsicht für deutsche Unternehmen attraktiv. Geschäftschancen bieten sich insbesondere in den energieintensiven Industrien wie der Metallverarbeitung, in der petrochemischen Industrie oder in der Bau- und Wasserwirtschaft. Darüber hinaus können deutsche Unternehmen ihre weltweit hoch angesehene Expertise in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften in der Region einbringen. Weitere Möglichkeiten ergeben sich unter anderem durch Forschungskooperationen in Kombination mit einem Transfer von Technologie und Wissen.    

Über die NMI:

Träger der Nordafrika Mittelost Initiative der Deutschen Wirtschaft sind der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft (AV) und der Bundesverband deutscher Banken (Bankenverband). Die NMI arbeitet gemeinsam mit 21 Ländern in der Region Mittlerer und Naher Osten sowie Nordafrika, in denen etwa 400 Millionen Einwohner leben. Dies entspricht rund sechs Prozent der Weltbevölkerung.

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B20-Präsident Heraeus: Die G20 braucht mehr Mut, Globalisierung aktiv zu gestalten

„Die Wirtschaftsvertreter der G20-Staaten fordern die G20 auf, mehr Mut zu haben, die Globalisierung aktiv zu gestalten.“ Das sagte Jürgen Heraeus, Präsident des offiziellen Wirtschaftsdialoges Business 20 (B20), anlässlich des B20-Gipfels in Berlin.  

„Globale Herausforderungen brauchen globale Antworten. Nationale Alleingänge führen ins Abseits. Die G20 ist heute wichtiger denn je“, erklärte Heraeus. Die B20 hat in den vergangenen zehn Monaten Empfehlungen für die G20 entwickelt, um die Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Weltwirtschaft zu verbessern. „Wir stehen für offene und regelbasierte Märkte ein. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass alle vom Nutzen der Globalisierung profitieren können. Beispielsweise müssen wir mehr in Bildung und lebenslanges Lernen investieren.“ Die B20 bekannte sich zum Pariser Klimaabkommen und sprach sich entschieden gegen Protektionismus aus.  

Das Motto der deutschen G20-Präsidentschaft lautet: Eine vernetzte Welt gestalten. „Nun ist es wichtig, dass die G20 dieses Leitbild beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs Anfang Juli in Hamburg auch tatsächlich in internationale Politik umsetzen“, sagte Heraeus.  

„Wenn wir ein zukunftsorientiertes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum sicherstellen wollen, spielt die Wirtschaft eine wichtige Rolle. Wir sind bereit, diese Aufgabe zu übernehmen“, erklärte Heraeus.  

Dazu die Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sowie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die den B20-Prozess tragen:  

BDI-Präsident Dieter Kempf: „Die deutsche Industrie fordert von den G20-Mitgliedern den Verzicht auf protektionistische Maßnahmen. Der Welthandel ist kein Nullsummenspiel, bei dem einer alles gewinnt und der andere verliert. Wenn wir zusammenarbeiten, gewinnen alle. Wenn wir gegeneinander arbeiten, kostet das Wohlstand, Jobs und Aufstiegschancen – überall auf der Welt.“  

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer: „Faktoren wie der demografische Wandel, die Digitalisierung und eine erhöhte Mobilität verändern die Arbeitswelt schon heute tiefgreifend. Daher ist es für die G20-Mitglieder wichtig, offene, dynamische und integrative Arbeitsmärkte zu fördern.”  

DIHK-Präsident Eric Schweitzer: „Die B20 setzt sich dafür ein, KMUs einen verbesserten Zugang zum globalen Handel sowie zur Finanz- und Digitalinfrastruktur zu verschaffen. Dadurch erhöhen wir Ihre Erfolgschancen im globalen Wettbewerb.“  

Über B20

Die B20 ist ein integraler Teil des G20-Prozesses und vertritt in diesem die G20-Wirtschaft. Aufgabe der B20 ist es, die G20 durch konkrete Handlungsempfehlungen, konsolidierte Interessenvertretung und Expertise zu unterstützen. Darüber hinaus fördert die B20 den Dialog von Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft auf internationaler Ebene. In der B20 erarbeiten Wirtschaftsvertreter aus der G20 gemeinsame Empfehlungen und themenspezifische Handlungsvorschläge, welche die Bandbreite der G20-Agenda abdecken. Zudem finden B20-Veranstaltungen sowie ein Austausch mit Regierungen und anderen Stakeholdern des G20-Prozesses statt. Wie die G20-Präsidentschaft ist auch die B20-Präsidentschaft ein ganzjähriges Projekt. Die deutsche B20 hat über 700 Mitglieder aus allen G20-Ländern.

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Tag der Arbeit: Digitalisierung durch mehr Investitionen in Bildung fördern

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, warnte anlässlich des Tags der Arbeit vor rückwärtsgewandter Politik und forderte alle Parteien auf, sich im Wahlkampf stärker mit den Chancen für junge Menschen zu beschäftigen: „Statt Rente mit 63 brauchen wir zielgerichtete Investitionen in Bildung, Aus- und Weiterbildung entlang den Anforderungen der Digitalisierung. Dazu zählen auch flexiblere Beschäftigungsformen, die Arbeitnehmern Vorteile bringen und Arbeitsplätze sicherer machen“, sagte Kempf am Sonntag in Berlin.  

„Die Politik in Bund und Ländern muss sich darauf einstellen, dass die digitale Transformation unsere Arbeitswelt fundamental verändern wird – mit Chancen und Risiken“, erklärte Kempf. „Es ist falsch, wenn die Politik ihre zentralen Rezepte in erster Linie an den Älteren ausrichtet, um deren Teilhabe am Berufsleben wir uns natürlich auch intensiv kümmern müssen. Was uns in Deutschland jedoch vor allem beschäftigen muss, ist die junge Generation. Wir können es uns nicht leisten, auch nur einen zu verlieren.“ In Deutschland entließen die Schulen im Jahr 2015 rund 48.000 Jugendliche ohne Abschluss in die Berufswelt.  

„Die Vermittlung von digitalen Kompetenzen muss integraler Bestandteil in der Aus-, Fort und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern sein“, forderte Kempf. Auf allen Stufen des deutschen Bildungssystems bestehe erheblicher Verbesserungsbedarf.  

Gleichzeitig sollten nach Ansicht des BDI für Menschen im Alter mehr Anreize geschaffen werden, länger zu arbeiten – und nicht früher in Rente zu gehen. Dem deutschen Arbeitsmarkt werden 2030 voraussichtlich bis zu sechs Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter fehlen.  

„Je mehr Menschen mit 63 Jahren in Rente gehen, desto größer wird der Fachkräftemangel insbesondere im Mittelstand. Es ist kontraproduktiv, dass die Politik den Fachkräftemangel sogar verschärft, statt dafür zu sorgen, dass unsere Volkswirtschaft auch morgen noch leistungsfähig ist“, kritisierte der BDI-Präsident. Seit 2014 wurden Anträge von rund 700.000 Versicherten auf die neue abschlagsfreie Rente mit 63 bewilligt.        

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Brexit darf Einheitspatent nicht gefährden

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt angesichts der bevorstehenden Brexit-Verhandlungen vor Risiken für das geistige Eigentum. „Der Brexit darf das wichtige Europäische Einheitspatent nicht gefährden“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf anlässlich des Tags des geistigen Eigentums in Berlin. „Wir begrüßen die Ankündigung der britischen Regierung, die beschlossenen Vereinbarungen zum Einheitspatent und zum Gerichtssystem umzusetzen.“  

Allerdings müssten der Ankündigung aus London jetzt Taten folgen, damit das System wie geplant Ende des Jahres starten kann. Das Patentrecht bleibe auch in Zeiten der Digitalisierung für die Industrie das wichtigste Schutzrecht.  

„Das Europäische Einheitspatent wird einen zusätzlichen Innovationsschub für unseren Kontinent bringen“, betonte Kempf. Unternehmen in Europa könnten so ihre Patente deutlich günstiger und mit besserem Schutz anmelden. „Diese Vorteile sind gerade im Verhältnis zu anderen innovativen Märkten, etwa den USA, China, Japan oder Korea, besonders wichtig.“  

Der BDI-Präsident sprach sich gegen ein neues Eigentumsrecht an Maschinendaten aus. Die vertragliche Zuordnung von nicht-personenbezogenen Daten funktioniere gut. „Auch gesetzliche Zugriffsrechte auf Maschinendaten zugunsten von Unternehmen, die nichts zur Generierung dieser Daten beigetragen haben, lehnen wir ab. Es geht um den legitimen Schutz von Geschäftsgeheimnissen und Investitionen“, machte Kempf deutlich.  

Hintergrund Der Welttag des geistigen Eigentums findet jedes Jahr am 26. April statt. Er wurde erstmals vor 17 Jahren von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) ausgerufen. Zum Tag des geistigen Eigentums laden der BDI gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dem Markenverband und dem Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) alle zwei Jahre hochrangige Vertreter und Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nach Berlin ein.

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Nafta-Nachverhandlungen dürfen grenzüberschreitenden Handel nicht ausbremsen

„Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta ist für die deutsche Industrie von großer Bedeutung. 2015 waren rund 5.800 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung im Nafta-Raum tätig. Eine erfolgreiche Nafta-Modernisierung könnte positive Impulse für Investitionen der deutschen Industrie in Kanada, Mexiko und den USA setzen.“ Das sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang in Berlin anlässlich der Nachverhandlung des Nafta-Abkommens zwischen Kanada, Mexiko und den USA.

Für den BDI-Hauptgeschäftsführer ist es grundsätzlich nachvollziehbar, dass Länder ihre Handelsabkommen überarbeiten wollen. „Ziel einer Modernisierung von Abkommen muss es sein, Veränderungen wie die Digitalisierung des Handels oder neuartige Wertschöpfungsketten zu berücksichtigen“, stellte Lang klar. Das Niveau der Marktöffnung müsse aber mindestens aufrechterhalten werden. „Ziel darf nicht sein, den grenzüberschreitenden Handel mit neuen Barrieren auszubremsen.“

Viele der in Kanada, Mexiko und den USA aktiven deutschen Unternehmen produzierten grenzübergreifend für die Märkte Nordamerikas. Gerade zwischen Mexiko und den USA bestehe ein enges Netzwerk der Produktionsteilung. „Besonders die Automobilindustrie nutzt das Freihandelsabkommen, indem sie von der Zollfreiheit profitiert“, erläuterte Lang.

Nach der Europäischen Union ist Nordamerika die wichtigste Zielregion für deutsche Direktinvestitionen. „Auch für die US-Regierung muss oberste Priorität sein, dass der Nafta-Markt offen bleibt und noch bestehende Hürden für Handel und Investitionen weiter abgebaut werden“, forderte Lang. Die Exporte der deutschen Unternehmen in Mexiko gehen Schätzungen zufolge zu über zwei Dritteln nach Kanada und in die USA.

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„Europa ist ein einzigartiges Netzwerk zum gegenseitigen Vorteil“

Der BDI erwartet für das laufende Jahr einen moderaten Aufschwung, den jedoch weltwirtschaftliche Unsicherheiten gefährden. „Der BDI rechnet für 2017 mit einem Wachstum der realen Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent und 500.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Die Frage bleibt, ob der Aufschwung robust genug ist, um den vielfältigen Risiken zu trotzen, die unsere Exportnation bedrohen.“ Das sagte BDI-Präsident Dieter Kempf auf der Hannover-Messe 2017.  

Zu den Treibern des Wirtschaftswachstums zählt der BDI die rege Bau- und Forschungstätigkeit der Unternehmen sowie leicht anziehende Ausrüstungsinvestitionen der Wirtschaft. Dagegen wachsen die deutschen Ausfuhren nur verhalten: „Unterm Strich werden die deutschen Exporte von Waren und Dienstleistungen gegenüber dem Vorjahr zwar zulegen – jedoch nur leicht um real zwei Prozent“, erklärte Kempf. „Insgesamt sind wir von einer Rückkehr zu dynamischem Wachstum der deutschen Ausfuhren noch weit entfernt.“  

Der BDI-Präsident warnte vor der weltweiten Zunahme von Protektionismus als großem konjunkturellen Risiko für die deutsche Industrie. Es sei besonders beunruhigend, dass in der Handelspolitik versöhnliche Signale des wichtigsten Exportpartners USA – mit einem Anteil von zuletzt neun Prozent – weiterhin ausblieben.   Kempf wies die Drohungen von US-Präsident Trump nach einem harten Vorgehen mit Strafzöllen gegenüber Handelspartnern wie Deutschland zurück: „Damit vergrößert Trump die Unsicherheit, die Investoren abzuschrecken droht. Abschottung würde allen schaden – vor allem den USA selbst.“  

Der BDI-Präsident forderte von den Parteien im beginnenden Bundestagswahlkampf konkrete Konzepte, wie sich der deutsche Standort mit besseren Bedingungen für private Investitionen und eine kontinuierliche Stärkung der öffentlichen Investitionen voranbringen ließe. „Die Politik muss mehr Wirtschaft wagen. Eine Investitionsoffensive ist möglich – zum Beispiel mit der Einführung einer echten steuerlichen Forschungsförderung, durch einen zügigen weiteren Ausbau der digitalen Infrastruktur wie Breitband und 5G sowie durch die Belebung der energetischen Gebäudesanierung.“  

Kempf nannte Europa „ein einzigartiges Netzwerk zum gegenseitigen Vorteil“. Es sei grundfalsch, „wenn Politiker jeglicher Couleur aus den Mitgliedsstaaten Europa zum Sündenbock für selbst verursachte Probleme machen“. Es könne nur eine Devise geben: Europa zusammenzuhalten und den Wirtschaftsraum zu stärken. Es sei entscheidend, die Vorteile der EU für jeden Einzelnen herauszustellen: „Pluspunkte gibt es mit dem Ausbau eines digitalen Binnenmarkts und eines Energie-Binnenmarkts für preisgünstigere, nachhaltigere und sicherere Energieversorgung sowie durch eine harmonisierte Unternehmensteuer zur Bekämpfung von Steuerflucht.“  

Mit Blick auf das Messe-Partnerland Polen betonte Kempf, dass sich gerade die mittel- und osteuropäischen Wirtschaftspartner unter europäischen Vorzeichen sehr dynamisch entwickelten. „Allein auf unseren Messepartner entfällt mittlerweile ein Handelsvolumen von mehr als 100 Milliarden Euro.“ Das sei mehr, als Deutschland jeweils mit Österreich oder der Schweiz ex- und importiert. Im deutschen Export-Ranking liegt Polen auf Platz acht, bei den Importländern sogar auf Platz sechs.

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Weniger als die Hälfte der größten Familienunternehmen sieht sich bei Digitalisierung gut aufgestellt

Unter Deutschlands größten Familienunternehmen sieht sich weniger als die Hälfte bei der Digitalisierung des Geschäftsmodells gut oder sehr gut aufgestellt (41 Prozent). Als größtes Hemmnis für die Digitalisierung sehen die Unternehmen mangelndes Know-how der Mitarbeiter an (43 Prozent). Das ergibt die Familienunternehmer-Umfrage 2017 der Deutschen Bank und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Für die Studie mit dem Schwerpunkt Digitalisierung befragte das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn Unternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz.

Weitere kritische Punkte sind mangelnde oder unzureichende digitale Schnittstellen, beispielsweise für die Übertragung von Daten an Zulieferer (37 Prozent), Bedenken hinsichtlich der IT-Sicherheit (36 Prozent), sowie der notwendige Wandel in der Unternehmenskultur (35 Prozent). „Deutschlands Familienunternehmen müssen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse und ihrer Infrastruktur schnell sein”, sagt Stefan Bender, Leiter Firmenkunden Deutschland bei der Deutschen Bank. „Es geht nicht nur um die Automatisierung – es geht vor allem um die Transformation zu einem weiterhin erfolgreichen Geschäftsmodell in einer digitalen Welt”, erläutert Bender. „Durch die Digitalisierung werden in vielen Branchen die Karten neu gemischt. Der Innovationsdruck auch auf führende Unternehmen in Deutschland steigt.”

Fast jedes dritte große Familienunternehmen sieht die Verfügbarkeit digitaler Infrastruktur als Hürde für die eigene Digitalisierung (32 Prozent). Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer, fordert die Politik auf, die nötigen Voraussetzungen für erfolgreiches Wirtschaften in der digitalen Welt zu schaffen: „Die Breitbandversorgung im ländlichen Raum hinkt jener in den Städten deutlich hinterher. Rund 70 Prozent aller Industriearbeitsplätze befinden sich aber auf dem Land. Weniger als ein Drittel der Unternehmen verfügt über eine Bandbreite von maximal 50 Megabit pro Sekunde. Für viele künftige Industrieanwendungen reicht dies nicht aus. Das ist besorgniserregend.”

Rund 60 Prozent aller Befragten schätzen die Bedeutung der Digitalisierung für das eigene Unternehmen als hoch oder sehr hoch ein. Die Unternehmen wollen ihre Investitionen in die Digitalisierung deshalb bis 2019 auf durchschnittlich etwa drei Prozent des Umsatzes erhöhen – gegenüber 2016 ein Anstieg von fast 40 Prozent. Dabei setzen sie unter anderem auf Big Data: 58 Prozent erwarten für 2019, dass die Nutzung großer Datenmengen für das Geschäft eine hohe Bedeutung haben wird – 2016 spielte dies nur für 28 Prozent eine wichtige Rolle. Wachstumschancen sehen die Unternehmer zudem in internetfähigen, sogenannten smarten Produkten. Derzeit stellen lediglich 30 Prozent mindestens ein solch smartes Produkt her.

„Smarte Produkte bieten den Unternehmen die Möglichkeit, das eigene Geschäftsmodell um passgenaue Dienstleistungen zu erweitern und so die Kundenbindung zu stärken. Durch solche After-Sales-Services erwirtschaftet bereits jetzt schon jeder zweite Hersteller von smarten Produkten (54 Prozent) zusätzlichen Umsatz”, erklärt Friederike Welter, Präsidentin des IfM Bonn und Professorin an der Universität Siegen.

 

 

Im Auftrag der Deutschen Bank und des BDI hat das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn von März bis Mai 2017 die Entscheider von 312 Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz befragt. Im Durchschnitt erwirtschafteten diese Unternehmen im vergangenen Jahr 307 Millionen Euro Umsatz und beschäftigten 1.488 Mitarbeiter. Die Ergebnisse sind Bestandteil der jährlichen Befragung „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“.

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INSA-Meinungstrend: Mehr als die Hälfte der Deutschen für Freihandel

Mehr als die Hälfte der Deutschen (52 Prozent) ist davon überzeugt, dass Freihandel sich positiv auf die deutsche Industrie auswirkt. Zudem rechnen sich mehr Menschen in Deutschland (36 Prozent) persönliche Vorteile durch Freihandel aus, als sie Nachteile durch diesen befürchten (21 Prozent). Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstitutes INSA im Auftrag des BDI.  

„Die Mehrheit der Deutschen hält die Auswirkungen des Freihandels auf die deutsche Industrie für positiv. Das ist ein wichtiges Ergebnis in einer Zeit, in der Politiker weltweit wieder stärker auf Abschottung setzen“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf. „Bemerkenswert ist: Auch die Auswirkungen auf sich selbst schätzen die Menschen überwiegend positiv ein.“  

Die Umfrage belege, dass mitnichten die Gegner von freiem Handel in Deutschland die Mehrheit stellten. „Wir dürfen eine Trendwende weg vom Freihandel hin zu Abschottung nicht zulassen“, warnte Kempf. „Protektionismus schadet allen. Der Welthandel ist kein Nullsummenspiel, bei dem einer gewinnt und der andere verliert. Dieser Erkenntnis sollten sich auch die USA nicht entziehen.“ In Deutschland hängt jeder vierte Arbeitsplatz vom Export ab, in der Industrie ist es sogar jeder zweite.  

Die Umfrage zeigt nach Ansicht des BDI-Präsidenten, dass noch viel Aufklärungsarbeit in Sachen Freihandel zu leisten sei: „Die Tatsache, dass sich ein gutes Viertel der Menschen (27 Prozent) keine Meinung zu den Auswirkungen von Freihandel auf die deutsche Industrie zutrauen, ist ein klarer Auftrag an Politik und Wirtschaft: Wir müssen den Menschen hier im Land die Vorteile freien Handels deutlich besser erklären.“  

Weltweit gehen dem BDI zufolge rund 15 Prozent der Exporte und knapp 14 Prozent der Importe auf das Konto der EU – bei etwa sieben Prozent der Weltbevölkerung. Deutschland rangiert demnach mit etwa einem Prozent der Weltbevölkerung sowohl bei Exporten wie bei Importen global auf dem dritten Platz.  

INSA hat 2033 Personen vom 31. März bis zum 3. April 2017 befragt. 16 Prozent der Befragten sagten, der freie Handel der EU mit anderen Industrienationen habe sehr positive Auswirkungen auf die deutsche Industrie, 36 Prozent erwarten eher positive Auswirkungen. Mit eher negativen Effekten rechnen elf Prozent, mit sehr negativen fünf Prozent.  

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Innovationsindikator: Deutschland auf Platz vier von 35, Nachholbedarf bei Digitalisierung

Deutschland gehört zu den innovationsstärksten Ländern der Welt und rückt auf Platz vier vor. Zu diesem Ergebnis kommt der Innovationsindikator 2017, der im Auftrag von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und dem BDI die Innovationsstärke von 35 Volkswirtschaften untersucht. Die Bundesrepublik liegt deutlich hinter Spitzenreiter Schweiz sowie Singapur und Belgien. Sie kann sich nicht von den USA, Großbritannien und Südkorea abheben. Im erstmals erhobenen Digitalisierungs-Indikator liegt Deutschland deutlich hinter anderen Industrienationen auf Rang 17.

Das deutsche Innovationssystem zeigt sich ausgewogen, erreicht jedoch in keinem der untersuchten Teilbereiche Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Staat und Gesellschaft eine internationale Top-Platzierung. Am besten schneidet Deutschland im Bereich Wirtschaft mit Rang sieben ab, am schlechtesten im Bereich Gesellschaft mit Platz 13.

„Deutschland muss im Innovationswettbewerb deutlich zulegen“, sagt BDI-Präsident Dieter Kempf. „Die Politik muss Investitionen in Innovationen vorantreiben und zügig die steuerliche Forschungsförderung einführen, die es fast überall in Europa bereits gibt.“ Jeder Steuereuro ziehe rund 1,25 Euro private Investitionen nach sich. „Ein Muss für Digitalisierung und Industrie 4.0 ist, den Breitbandausbau voranzutreiben und den digitalen europäischen Binnenmarkt zu verwirklichen“, fordert Kempf. „Großes Potenzial gibt es in der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung.“

Deutschland ist Mittelmaß in der Digitalisierung – trotz Führungsrolle in der Industrie 4.0. Im erstmals erhobenen Digitalisierungs-Indikator liegt Deutschland deutlich hinter anderen Industrienationen auf Rang 17. Gerade die USA liegen in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Staat vor Deutschland. Pluspunkt aus deutscher Sicht ist die Gesellschaft – dank eines hohen Nutzungsgrads digitaler Technologie. Zurück liegt Deutschland vor allem bei Forschung und Technologie, Bildung und Infrastruktur.

„Mit Industrie 4.0, Smart-Services und lernenden Systemen haben wir in Deutschland gute Konzepte für die digitale Transformation“, sagt acatech Präsident Henning Kagermann. „Aus- und Weiterbildung, IT-Sicherheit, neue Geschäftsmodelle, internationale Kooperation und eine Mittelstandsinitiative: Das sind Themen, bei denen wir in der nächsten Legislaturperiode nochmals beschleunigen müssen.“

Gut ausgebildete Fachkräfte, innovative Unternehmen und vergleichsweise viele Patentanmeldungen je Einwohner gehören zu den Stärken Deutschlands. Stärken des Bildungssystems sind die gute berufliche Ausbildung und ein hoher Anteil von Akademikern mit Spitzenqualifikationen. Rückläufig sind der Beschäftigtenanteil in wissensintensiven Dienstleistungen und der Anteil von Wagniskapitalinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt.

Neben dem digitalen Binnenmarkt und einem nationalen Kompetenz-Monitoring empfehlen acatech und BDI der Politik, das Innovationsprinzip bei neuen Gesetzen einzuführen. Erforderlich sei zudem eine neue nationale MINT-Strategie (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) mit den Schwerpunkten Qualitätssicherung, Talentförderung und Bildung in der digitalen Transformation.

Über den Innovationsindikator

Der Innovationsindikator ist eine regelmäßige vergleichende Studie zur Innovationsstärke und im Jahr 2000 zum ersten Mal erschienen. Er erfasst die Innovationsbedingungen am Wirtschaftsstandort Deutschland und vergleicht sie in einem Ranking in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Staat und Gesellschaft sowie in einem Gesamtindikator mit den weltweit führenden Industrieländern und aufstrebenden Staaten. Auf diese Weise entsteht eine Grundlage für innovationspolitische Entscheidungen. Der Innovationsindikator ist eine Kooperation von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und dem BDI. Die Studie wird vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erstellt.

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