Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie

Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Rüstungsindustrie (Sicherheits- und Verteidigungsindustrie)

Im Jahr 2012 untersuchte das Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR die volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI). Dies ist die erste Untersuchung dieser Art in Deutschland. Dabei wurden nicht nur die unmittelbaren, wirtschaftlichen Daten ermittelt, sondern auch die Verflechtungen der SVI in andere Wirtschaftszweige. Diese sind im Vergleich zu anderen Branchen besonders groß, da die SVI die vor- und nachgelagerten Wirtschaftszweige sehr stark einbindet. Ökonomische Veränderungen in der deutschen SVI haben somit erheblich größere Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige, als dies für vergleichbare Branchen feststellbar ist.  

Güteraufkommen und Wertschöpfung

Im Jahr 2011 lag der Produktionswert der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bei 22,6 Milliarden Euro. Die Branche generierte dabei 8,3 Milliarden Euro als direkte Bruttowertschöpfung. Diese wuchs von 2005 bis 2010 jährlich um durchschnittlich 5 Prozent. Dies ist mehr als doppelt so stark wie das Wachstum der deutschen Gesamtwirtschaft mit 2,3 Prozent.

Produktionswert SVI

Zusätzlich zur direkten Bruttowertschöpfung von 8,3 Milliarden Euro entstanden indirekte und induzierte Wertschöpfungseffekte: aufgrund von Aufträgen an die Zulieferer sowie deren zusätzlichen Konsum durch die neuen Einnahmen wurden weitere Ausgaben und Investitionen in Höhe von 13 Milliarden Euro getätigt. Insgesamt bedingt die Geschäftstätigkeit der deutschen SVI somit eine Bruttowertschöpfung von insgesamt über 21 Milliarden EUR.

Wertschöpfung Sicherheits- und Verteidigungsindustrie

Bei einem Wegfall der deutschen SVI würden folglich 21 Milliarden Euro weniger erwirtschaftet werden. Die SVI leistet daher einen strategischen Beitrag zur deutschen Wirtschaftskraft, der weit über ihren direkten wirtschaftlichen Output  hinausgeht.

Außenhandel

Seit Jahrzehnten importiert Deutschland kaum Rüstungsgüter. Dies zeigt, dass die deutsche Rüstungsindustrie (SVI) in der Lage ist, den deutschen Bedarf an Sicherheitsgütern gut zu bedienen. Die SVI trägt somit zur Unabhängigkeit der deutschen Sicherheitspolitik bei und ermöglicht souveränes außenpolitisches Handeln.

Gleichzeitig generierte die SVI im Jahr 2011 mit Rüstungsexporten einen Außenhandelsüberschuss von 6,7 Milliarden Euro. Diese Einnahmen versetzten die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in die Lage, in Forschung und Entwicklung zu investieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Zugleich zeigt dies aber auch eine Abhängigkeit der Branche von der generellen konjunkturellen Entwicklung und von sicherheits- und wirtschaftspolitischen Strategien in den Abnehmerländern.

Beschäftigungszahlen

Insgesamt sichert die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie über 316.000 Arbeitsplätze. Mehr Informationen zu Beschäftigung in der SVI finden Sie hier.

Innovationsimpulse und Ausstrahleffekte der SVI

Die Unternehmen der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie leisten überdurchschnittlich hohe Forschungsanstrengungen. Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie trägt somit dazu bei, dass Deutschland seine technologische Spitzenposition in der Welt behält und ausbaut. Dabei sendet die Rüstungsindustrie erhebliche Impulse für Forschung und Entwicklung in der gesamten deutschen Wirtschaft.

Mehr Informationen zum Innovationsmotor SVI finden Sie hier.

Auf einen Blick zusammengefasst zeigt die untenstehende Tabelle die volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie:

Volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen SVI (Rüstungsindustrie

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